Begehrt oder doch nicht? Ingenieure auf dem Arbeitsmarkt

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Wer sich erfolgreich durch das Studium gekämpft hat, muss in der Regel nach dem Abschluss einen neuen Kampf aufnehmen, den Kampf auf dem Arbeitsmarkt. Nur den wenigsten Absolventen gelingt der reibungslose Übergang vom Studium in die Berufswelt. Vor allem im Bereich der Geisteswissenschaften ist eine mehrmonatige Jobsuche nicht ungewöhnlich. Da haben es die angehenden Ingenieure und Maschinenbauer nach dem Studienabschluss deutlich leichter. Vor dem Hintergrund des regelmäßig thematisierten Fachkräftemangels werden insbesondere die Jahrgangsbesten direkt aus dem Hörsaal rekrutiert und stehen vor einer glänzenden beruflichen Karriere. Aber ist das tatsächlich so? Ist ein gut bezahlter Job für Ingenieursstudenten nach dem Abschluss ein Selbstläufer? Ist der viel zitierte Fachkräftemangel nur Angstmacherei oder Realität?
Grundsätzlich haben es angehende Ingenieure leichter einen Job zu finden. Laut einer Studie vergehen im Durchschnitt 114 Tage bis ein Absolvent einer technischen Studienrichtung einen Arbeitsvertrag in den Händen hält. Im Vergleich zum Bereich der Geisteswissenschaften ein guter Schnitt, auf den gesamten Arbeitsmarkt gesehen (72 Tage) aber deutlich schlechter. Auch für Ingenieure gilt es, flexibel zu sein. Das betrifft den Arbeitsort, wie das Anfangsgehalt, das mit rund 40.000 Euro brutto im Jahr nicht viel höher als in anderer Fachbereichen angesiedelt ist. Nur wer sich glücklich schätzen kann, in einem großen Unternehmen wie VW oder Siemens unterkommt, kann sich über durchschnittlich 10.000 bis 15.000 Euro mehr im Jahr freuen.
Abschließend ist von einem Fachkräftemangel derzeit nicht viel zu spüren. Geht man allein nach den eingetragenen Studenten an den Fachhochschulen und Universitäten besteht mittelfristig sogar ein leichtes Überangebot an Ingenieuren. Auch die meisten Unternehmen haben derzeit kaum Probleme, adäquaten Ersatz für eine vakante Position zu finden. Und wer es in der freien Wirtschaft nicht schafft, hat immer noch die Möglichkeit in der Wissenschaft eine Stelle zu finden, die jedoch schlechter bezahlt wird.





Der Fachkräftemangel in Deutschland greift weiter um sich. Die deutsche Industrie und Wirtschaft klagt darüber, nicht genug Menschen zu finden, die sich diesem Zweig gewidmet haben. Zwar habe sich die Situation aufgrund des Drängen in den letzten Jahren und Monaten der Wirtschaft verbessert, allerdings sei es immer noch wichtig, neue Fachkräfte zu finden, die vor allem in Deutschland bleiben. Denn bessere Perspektiven hatten sie bisher immer in anderen Ländern – nur nicht da, wo sie ausgebildet wurden: in Deutschland.
